
Besuch aus dem Landtag: Lena-Sophie Laue im Tagestreff „Moin, Moin“
Unter dem Motto „Anpacken“ machte die CDU-Landtagsabgeordnete Lena-Sophie Laue am 30. Juli im Rahmen ihrer Sommertour Station im Tagestreff „Moin, Moin“ in Gifhorn. Seit September 2024 ist die 28-Jährige Mitglied des Niedersächsischen Landtages – und nutzte ihren Besuch, um sich ein Bild von der Arbeit im Tagestreff der Diakonischen Gesellschaft Wohnen und Beraten (DWB) zu machen.
Bereits um 8.30 Uhr war die Abgeordnete vor Ort und packte bei der Frühstücksausgabe tatkräftig mit an. Viele der Besucher:innen kommen aus der städtischen Notschlafstätte im Kiebitzweg, die sie um 8 Uhr verlassen müssen und erst wieder um 17 Uhr aufsuchen können. Im Gespräch mit Besucher:innen und Mitarbeitenden erlebte Laue hautnah, wie im Tagestreff Struktur, Begegnung und praktische Hilfe ineinandergreifen. Besonders beeindruckt zeigte sie sich davon, dass viele Angebote – insbesondere die Verpflegung und Freizeitaktivitäten – maßgeblich durch Spenden ermöglicht werden. Im Austausch wurde deutlich, wie existenziell diese Unterstützung ist: „Für die Menschen, die den Treff besuchen, ist das eigene Bett keine Selbstverständlichkeit. Das gibt zu denken!“, so Laue.
Im anschließenden Austausch betonte Dr. Jens Rannenberg, Vorstand der Dachstiftung Diakonie, den gesellschaftlichen Kontext: „Wer verstehen möchte, was in der Gesellschaft passiert, muss auf die Armut schauen. Wie man mit der Gesellschaft umgeht, so geht man auch mit sich selbst um.“
Dabei ist es wichtig, zwischen Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit zu unterscheiden: Über 50.000 Menschen in Deutschland sind obdachlos und schlafen im Freien oder in Notunterkünften. Wohnungslosigkeit betrifft sogar rund 600.000 Menschen – viele leben vorübergehend bei anderen oder in Übergangsunterkünften. Fehlende Wohnungen sind ein zentrales Problem. Dr. Jens Rannenberg appellierte an Lena-Sophie Laue, sich bei den Haushaltsberatungen im Landtag für Projekte der Wohnungslosenhilfe einzusetzen.
Die Dachstiftung Diakonie und ihre Tochtergesellschaft, die Diakonische Gesellschaft Wohnen und Beraten, verstehen sich als Vorreiterinnen in der Wohnungslosenhilfe und setzen auf niedrigschwellige Angebote, die nicht nur Unterkunft, sondern auch Wertschätzung und Teilhabe ermöglichen.
Der Tagestreff „Moin, Moin“ wird regelmäßig von etwa 40 Stamm-Besucher:innen genutzt, alle zwei Wochen kommen ein bis zwei neue Personen hinzu. Alle drei Monate findet eine Gruppenversammlung statt, bei der gemeinsam entschieden wird, wie sich Besucher:innen aktiv einbringen können – sei es beim Stühle hochstellen oder anderen alltäglichen Aufgaben.
Viola Tschentscher, Sozialarbeiterin im Tagestreff, betont: „So unterstützen wir das Wir-Gefühl.“ DWB-Regionalleiterin Nadine Boß ergänzt: „Alles kann, nichts muss. Jeder entscheidet für sich.“
Der Tagestreff lebt von Begegnung und Beteiligung. Eine kleine Geschichte bleibt besonders im Gedächtnis: Gemeinsam mit engagierten Besucher:innen wurden kürzlich 10 Kilo Kartoffelsalat für eine gemeinsame Mahlzeit vorbereitet. Für manche war das ein erster Schritt zur Teilhabe. Viola Tschentscher sagt: „Das ist ein besonderer Job mit besonderen Menschen.“
Lena-Sophie Laue versprach, das Thema in ihrer Partei weiterzutragen: „Ich nehme diesen Besuch mit ins Herz – und werde ihn im politischen Raum aufs Tableau bringen.“ Sie betonte außerdem: „Besuche vor Ort sind wertvoll, weil man die Gesichter sieht, die hinter den Zahlen stecken.“
Foto und Artikel : Reent Stade (Unternehmenskommunikation Dachstiftung Diakonie e.V. / Lena-Sophie Laue tatkräftig am Ausgabetresen des Gifhorner Tagestreffs „Moin, Moin“