Landesregierung lässt betroffene Kommunen beim Eichenprozessionsspinner im Stich!

Oktober 5, 2026

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in Niedersachsen weiter aus. Die Kosten für Kontrolle und Bekämpfung bleiben jedoch vielerorts bei den Kommunen. Die CDU-Landtagsabgeordnete Lena-Sophie Laue kritisiert deshalb die Antwort der Landesregierung auf ihre Kleine Anfrage (Drs. 19/11666).

„Die Landesregierung bestätigt selbst, dass der Befall entlang der Bundes- und Landesstraßen in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Auch im Landkreis Gifhorn haben sich die betroffenen Bereiche ausgeweitet und die Zahl befallener Bäume und Standorte ist gestiegen. Trotzdem gibt es bis heute keine belastbaren landesweiten Daten zur Entwicklung“, erklärt Laue.

Gerade im Landkreis Gifhorn ist das Problem seit Jahren bekannt. Besonders im Raum Rühen, Parsau und Kaiserwinkel kämpfen Kommunen und Anwohner regelmäßig mit einem starken Befall. Längst ist der Eichenprozessionsspinner jedoch kein Problem einzelner Orte mehr.

Auch zu den gesundheitlichen Auswirkungen bleiben viele Fragen offen. Beschwerden werden nach Angaben der Landesregierung nicht zentral erfasst. Erkenntnisse über Behandlungsfälle oder besonders betroffene Orte wie Schulen und Spielplätze liegen nicht vor.

Als Unterstützung verweist das Land unter anderem auf seine Internetseiten, Merkblätter und Poster, Warnbeschilderungen sowie einen Leitfaden mit Handlungsempfehlungen. Die konkrete Bekämpfung bleibt Sache der Kommunen und Eigentümer. Zusätzliche finanzielle Unterstützung für die Kommunen ist nicht vorgesehen.

„Warnschilder können vor der Gefahr warnen. Sie beseitigen aber kein einziges Nest. Ein Merkblatt bezahlt keine Fachfirma und eine Internetseite entlastet keinen kommunalen Haushalt. Wenn unsere Kommunen Jahr für Jahr erhebliche Summen für die Bekämpfung aufbringen müssen, reicht es nicht, ihnen zu erklären, wie sie damit umgehen sollen.“

Dass finanzielle Unterstützung möglich ist, zeigt Sachsen-Anhalt. Dort stellt das Land 2026 eine Million Euro für Bekämpfungsmaßnahmen bereit.

Laue fordert deshalb eine finanzielle Unterstützung besonders stark betroffener Kommunen sowie eine bessere landesweite Datengrundlage: „Die Kommunen handeln längst. Wenn sich der Eichenprozessionsspinner immer weiter ausbreitet, muss auch Niedersachsen seinen Teil dazu beitragen.“