Bundesrat stimmt zu: Wolf wird jagdbares Wild – CDU fordert schnelle Umsetzung in Niedersachsen
Der Bundesrat hat der Änderung des Bundesjagdgesetzes zugestimmt. Damit wird der
Wolf künftig als jagdbare Tierart geführt. Die Länder erhalten die Möglichkeit, den
Wolfsbestand über Managementpläne zu steuern und – je nach Erhaltungszustand –
gezielt in Bestände einzugreifen.
Konkret bedeutet das: Bei einem günstigen Erhaltungszustand können Wölfe im Rahmen
festgelegter Jagdzeiten bejagt werden. Gleichzeitig werden Eingriffe bei Schäden,
etwa nach Nutztierrissen, erleichtert. Der Artenschutz bleibt dabei bestehen und ist
weiterhin an klare Voraussetzungen gebunden.
Hintergrund ist ein zunehmender Konflikt im ländlichen Raum: Trotz hoher Investitionen
in Herdenschutz kommt es weiterhin zu Rissen. Für viele Betriebe geht es längst
nicht mehr nur um wirtschaftliche Schäden, sondern auch um die Frage, ob Weidetierhaltung
dauerhaft möglich bleibt.
Für die CDU im Landkreis Gifhorn ist deshalb klar: Jetzt kommt es auf Niedersachsen
an.
„Jetzt gibt es keine Ausreden mehr. Unsere Tierhalter brauchen klare Regeln und
schnelle Entscheidungen“, sagt die Landtagsabgeordnete Lena-Sophie Laue. Entscheidend
sei, dass die neuen Möglichkeiten konsequent genutzt werden – etwa durch klare
Jagdzeiten und die gezielte Entnahme von Problemwölfen.
Auch auf Bundesebene wird die Verantwortung nun bei den Ländern gesehen. „Wir
haben die Grundlage geschaffen. Jetzt müssen die Länder für eine praxistaugliche Umsetzung
sorgen“, so der Bundestagsabgeordnete Alexander Jordan.
Rückenwind kommt zudem aus Europa. Die Europaabgeordnete Lena Düpont betont,
dass die Absenkung des Schutzstatus auf EU-Ebene den notwendigen Spielraum geschaffen
habe: „Das ist die Voraussetzung für realistische und praxisnahe Lösungen
vor Ort – für eine sichere Koexistenz von Mensch, Weidetier und Wolf.“
Wie groß der Druck vor Ort ist, beschreibt CDU-Kreisvorsitzender Frederick Meyer: „Wir
erleben im Landkreis Gifhorn immer wieder Risse – trotz Zäunen und Herdenschutz.
Für viele Betriebe geht es längst um die Existenz. Wenn wir die Weidetierhaltung erhalten
wollen, brauchen wir jetzt klare und verlässliche Regeln im Umgang mit dem
Wolf.“
Auch aus kommunaler Sicht ist die Erwartung klar formuliert. Telse Dirksmeyer-Vielhauer,
Fraktionsvorsitzende der CDU im Gifhorner Kreistag, erklärt: „Die heutige Entscheidung
ist eine gute Nachricht für die Weidetierhalter – auch bei uns vor Ort. Jetzt
können sich Umwelt- und Landwirtschaftsministerium nicht länger hinter Berlin oder
Brüssel verstecken, sondern müssen zügig einen praxistauglichen Wolfsmanagementplan
vorlegen.“
Die CDU fordert die Landesregierung auf, kurzfristig einen tragfähigen Managementplan
zu erarbeiten und besonders betroffene Regionen spürbar zu entlasten.