Fahrradleasing für Landesbeschäftigte: Verzögerungen sorgen für Unverständnis

Januar 15, 2026

In der freien Wirtschaft und in vielen Kommunen gehört Jobrad-Leasing längst zum Standard. Umso größer ist das Unverständnis über die anhaltenden Verzögerungen bei der Einführung des Fahrradleasings für Landesbeschäftigte in Niedersachsen. Darauf weist die CDU-Landtagsabgeordnete Lena-Sophie Laue hin.

Bereits im Februar 2023 hatte der Niedersächsische Landtag die politischen Weichen für ein landesweites Fahrradleasing gestellt. Die gesetzlichen Grundlagen wurden noch im selben Jahr geschaffen. Dennoch wird das Angebot für Beamtinnen, Beamte und Tarifbeschäftigte nach Angaben der Landesregierung voraussichtlich erst im zweiten Halbjahr 2026 tatsächlich nutzbar sein.

„Als ich 2025 erstmals auf dieses Thema angesprochen wurde, war ich ehrlich gesagt sehr irritiert“, erklärt Laue. „In der Kreisverwaltung Gifhorn war das Jobrad-Leasing bereits 2024 eingeführt. Dass das Land Niedersachsen zu diesem Zeitpunkt noch immer kein entsprechendes Angebot hatte und bis heute keines hat, ist schwer nachvollziehbar.“

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums soll das Fahrradleasing über eine Entgeltumwandlung erfolgen. Die Kosten tragen ausschließlich die Beschäftigten selbst, das Land rechnet mit einem Gesamtvolumen von rund 108,9 Millionen Euro bei etwa 32.400 geleasten Fahrrädern. Das Programm soll im Laufe des Jahres 2026 starten; aktuell läuft erst das europaweite Vergabeverfahren.

Um die Gründe für die Verzögerungen zu klären, hatte Laue gemeinsam mit ihrer CDU-Landtagskollegin Heike Koehler eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt. In der Antwort verweist diese auf ein besonders komplexes Vergabeverfahren, umfangreiche Abstimmungen zwischen mehreren Ressorts, fehlende Vergleichsmodelle in Niedersachsen sowie aufwendige IT-Schnittstellen. Zudem wurde eigens eine zentrale Stelle bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr eingerichtet, inklusive zusätzlicher Stellen für Juristen und Sachbearbeitung.

„Natürlich erfordert ein landesweites Modell eine saubere Vorbereitung“, so Laue. „Aber wenn selbst ein Projekt, das für das Land keine zusätzlichen Kosten verursacht, über drei Jahre Vorlauf benötigt, dann müssen wir über Bürokratie, Zuständigkeiten und Tempo in der Landesverwaltung sprechen.“

Gerade für Beschäftigte im ländlichen Raum sei das Fahrradleasing ein attraktives Angebot – auch mit Blick auf Gesundheitsförderung, Mobilität und Klimaschutz. Vor allem aber gehe es um Wettbewerbsfähigkeit: „Der öffentliche Dienst steht im Wettbewerb um Fachkräfte. Fahrradleasing ist kein Luxus, sondern längst ein Standard, den viele Beschäftigte erwarten. Niedersachsen darf hier nicht dauerhaft hinterherlaufen.“