Unterrichtsversorgung im Landkreis Gifhorn bleibt deutlich hinter dem Landesschnitt zurück

März 4, 2026

Für viele Eltern und Lehrkräfte im Landkreis Gifhorn sind es keine abstrakten Prozentzahlen, sondern ganz konkrete Erfahrungen im Schulalltag: Vertretungsstunden, Mehrbelastung und organisatorische Engpässe. Die nun veröffentlichten Zahlen des Kultusministeriums bestätigen diesen Eindruck.

Während landesweit eine Unterrichtsversorgung von 97,2 Prozent ausgewiesen wird, liegt diese für den Landkreis Gifhorn im Schuljahr 2025/2026 bei lediglich 91,8 Prozent – und damit deutlich unter dem Durchschnitt.

Besonders angespannt ist die Lage an mehreren Schulformen: Hauptschulen erreichen nur 78,5 Prozent, Oberschulen 87,1 Prozent und Förderschulen 88,5 Prozent. Auch die Grundschulen liegen mit 91,7 Prozent unter dem Landeswert. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Gesamtversorgung im Landkreis zudem erneut gesunken – von 94,4 Prozent auf nun 91,8 Prozent.

Die CDU-Landtagsabgeordnete Lena-Sophie Laue bewertet diese Entwicklung mit Sorge: „Wenn wir im Landkreis Gifhorn dauerhaft unter dem Landesschnitt liegen, darf uns das nicht gleichgültig sein. Unsere Schulen brauchen Verlässlichkeit – und zwar unabhängig vom Standort.“

Gerade im ländlichen Raum mit vielen kleineren Schulstandorten wirke sich jede unbesetzte Stelle unmittelbar aus. Die Belastung für Lehrkräfte steige, individuelle Förderung werde schwieriger, und auch die Planungssicherheit für Familien leide.

Aus Sicht der CDU braucht es deshalb gezielte strukturelle Maßnahmen für die Fläche. Studienseminare müssten im ländlichen Raum gestärkt und Kapazitäten ausgebaut werden, damit Referendare wohnortnah ausgebildet werden können. Eine praxisnähere Lehramtsausbildung sowie Anreize für den Einsatz in der Region könnten helfen, Lehrkräfte langfristig zu binden. Ebenso wichtig sei die Entlastung im Schulalltag – etwa durch eine flächendeckende Verwaltungsassistenz.

„Unsere Schulen im Landkreis Gifhorn brauchen Planungssicherheit und ausreichend Personal – nicht nur auf dem Papier, sondern im Klassenzimmer. Es reicht nicht, wenn der Landesdurchschnitt stimmt. Entscheidend ist, was vor Ort ankommt“, so Lena-Sophie Laue abschließend.