640 Mängelmeldungen bei Feuerwehr-Spezialfahrzeugen: Laue und Wille fordern mehr Tempo vom Land. „Schöne Fotos von der Übergabe reichen nicht. Die Technik muss im Einsatzfunktionieren.“
Gifhorn/Celle. Wenn es brennt, zählt jede Minute. Das gilt besonders bei Wald- und
Flächenbränden. Dafür hat Niedersachsen spezielle Feuerwehr-Einheiten aufgebaut.
Sie sollen bei großen Bränden helfen. Auch der Landkreis Gifhorn ist gemeinsam mit
dem Landkreis Uelzen Teil einer solchen Einheit.
Bei der Dienstversammlung der Kreisfeuerwehr Gifhorn Ende Februar wurde deutlich:
Die neue GFFF-V-Einheit ist wichtig. Aber bei Fahrzeugen, Ausstattung, Ausbildung und
Unterbringung gibt es Fragen an die Landespolitik. Vor allem ging es darum, ob das
Land die Feuerwehren und Kommunen in diesem Zusammenhang ausreichend unterstützt.
Diese Hinweise haben Landtagsabgeordnete Lena-Sophie Laue und Alexander Wille,
katastrophenschutzpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, aufgegriffen. Gemeinsam
stellten sie eine Kleine Anfrage an die Landesregierung.
Die Antwort zeigt: Es gibt deutliche Probleme.
Bei den Fahrzeugen dieser besonderen Feuerwehr-Einheiten wurden landesweit insgesamt
640 Mängel gemeldet. 182 Mängel sind noch nicht behoben. Im Schnitt dauert es
257 Tage, bis ein Mangel erledigt ist.
Auch die Einheit 3 Uelzen/Gifhorn ist betroffen. Für diese Einheit wurden insgesamt 95
Mängelmeldungen aufgeführt. 57 Mängel sind behoben. 38 Mängel sind noch offen. Zur
Einheit gehören ein Kommandowagen, vier CCFM 3000 Niedersachsen und ein Gerätewagen
GFFF-V. Die Fahrzeuge sind auf die Landkreise Uelzen und Gifhorn verteilt.
Lena-Sophie Laue sagt dazu: „640 Mängelmeldungen sind kein kleines Problem. Das
ist ein Warnsignal. Auch unsere Einheit Uelzen/Gifhorn ist betroffen. Unsere Feuerwehrleute
fahren raus, wenn andere Hilfe brauchen. Dann muss die Technik funktionieren.
Darauf müssen sie sich verlassen können.“
Die GFFF-V-Einheiten sind für Wald- und Flächenbrände da. Solche Brände können
durch Hitze, Trockenheit und Wind sehr schnell gefährlich werden. Deshalb braucht es
gute Fahrzeuge, gute Ausbildung und klare Abläufe.
Nach Ansicht von Laue und Wille reicht es deshalb nicht, Spezialfahrzeuge zu übergeben
und das Projekt danach als erledigt zu betrachten. Entscheidend ist, ob dieEinheiten im Ernstfall wirklich einsatzbereit sind. Dazu gehören funktionierende Technik,
schnelle Reparaturen, genug Ausbildung und passende Stellplätze.
Laue macht deutlich: „Schöne Fotos von der Übergabe reichen nicht. Die Technik muss
im Einsatz funktionieren. Das Land darf Verantwortung nicht einfach an Kommunen
und Feuerwehren weiterreichen.“
Besonders kritisch sehen Laue und Wille die Frage der Unterbringung. Das Land stellt
die Fahrzeuge bereit. Die Kosten für neue oder angepasste Stellplätze will das Land
aber nicht übernehmen. Die Fahrzeuge sollen möglichst auf vorhandenen freien Plätzen
stehen.
Das ist aus Sicht der beiden CDU-Abgeordneten zu wenig. Denn viele Kommunen haben
ohnehin wenig finanziellen Spielraum. Gleichzeitig brauchen Spezialfahrzeuge sichere
und geeignete Stellplätze. Wer solche Einheiten aufbaut, muss auch die Infrastruktur
mitdenken.
Alexander Wille sagt: „Es ist richtig, dass Niedersachsen solche Einheiten aufbaut. Aber
der Katastrophenschutz muss im Ernstfall funktionieren. Dafür muss das Land schneller
und verlässlicher handeln.“
Auch bei der Ausbildung sehen Laue und Wille Handlungsbedarf. Viele Feuerwehrleute
sind bereits geschult. Aber noch nicht alle wichtigen Spezialausbildungen sind abgeschlossen.
Für mögliche Einsätze auf europäischer Ebene gibt es außerdem nur wenige
Lehrgangsplätze.
Für Laue ist klar: Wer das Ehrenamt stärken will, muss es auch praktisch entlasten.
„Ehrenamt stärken darf keine Floskel sein. Unsere Feuerwehrleute geben ihre Freizeit.
Sie üben, sie bilden sich fort, sie fahren zu Einsätzen. Dann darf das Land sie nicht mit
Mängeln, langen Wartezeiten und offenen Fragen alleinlassen.“
Laue und Wille fordern deshalb von der Landesregierung mehr Verbindlichkeit. Offene
Mängel müssen schneller behoben werden. Kommunen brauchen Unterstützung bei
Stellplätzen und Infrastruktur. Außerdem müssen mehr Ausbildungsmöglichkeiten geschaffen
werden.
„Wir wollen, dass diese Einheiten ein Erfolg werden“, sagt Laue. „Gerade im ländlichen
Raum ist die Feuerwehr das Rückgrat unserer Sicherheit. Wer sie lobt, muss sie auch
ordentlich ausstatten.“
Wille ergänzt:
„Katastrophenschutz darf nicht nur auf dem Papier gut aussehen. Er muss draußen
funktionieren. Genau daran messen wir die Landesregierung.“